Stolpersteine bei Gesellschafterdarlehen an GmbH vermeiden

Die Finanzierung einer GmbH durch ihre Gesellschafter kann z.B. über Einlagen oder durch die Gewährung von Gesellschafterdarlehen erfolgen. Erfolgt sie über Gesellschafterdarlehen, dann gibt es aus steuerlicher Sicht einiges zu beachten.

Unternehmerische Gründe gibt es viele, weshalb die Finanzierung einer GmbH nicht über den freien Kapitalmarkt, sondern über Mittel des Gesellschafters erfolgen soll. So spielt oft die Unabhängigkeit gegenüber Kreditinstituten eine große Rolle, die Beschaffung über externe Investoren wäre zu aufwendig oder man möchte bestimmte in der GmbH geplante Investitionen nicht gegenüber Dritten aufdecken.

In all diesen Fällen kann die Finanzierung der GmbH über den Gesellschafter eine sinnvolle Lösung darstellen. Der Gesellschafter legt hierfür Geld oder Sachmittel in seine GmbH ein, oder er stellt seiner GmbH ein sogenanntes Gesellschafterdarlehen zur Verfügung.

Zinseinnahmen aus dem Gesellschafterdarlehen

Gehört die Beteiligung an der GmbH zum Betriebsvermögen des Gesellschafters, dann führen die Zinsen aus dem Gesellschafterdarlehen bei ihm zu steuerpflichtigen Betriebseinnahmen.

Ist die Beteiligung dem Privatvermögen des Gesellschafters zuzuordnen, so erzielt der Gesellschafter mit den Zinseinnahmen aus dem Darlehen Einkünfte aus Kapitalvermögen. Bei einer Beteiligung an der GmbH von weniger als 10% werden die Zinsen beim Gesellschafter mit dem Abgeltungsteuersatz von 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert. Beträgt die Beteiligung mindestens 10% unterliegen die Zinseinkünfte dem individuellen Einkommensteuertarif des Gesellschafters. Ggf. kann dann auch das sogenannte Teileinkünfteverfahren zur Anwendung kommen.

Ausfall des Gesellschafterdarlehens

Steuerlich knifflig wird es, wenn die GmbH das Gesellschafterdarlehen bei Fälligkeit nicht zurückzahlen kann und die Darlehensforderung beim Gesellschafter dessen Privatvermögen zuzuordnen ist.

Wenn der Gesellschafter schon nicht sein Geld zurückgezahlt bekommt, dann würde er in einer solchen Situation wenigstens gern den Darlehensverlust in irgendeiner Form steuermindernd berücksichtigen können.

Naheliegend wäre, dass der Verlust aus dem Gesellschafterdarlehen als nachträgliche Anschaffungskosten für seine Beteiligung an der notleidenden GmbH angesetzt werden kann. Leider ist hier die Rechtslage nicht eindeutig, so dass die Finanzverwaltung hohe Anforderungen an die Behandlung als nachträgliche Anschaffungskosten stellt. Gerade wenn das Gesellschafterdarlehen bereits zu einem Zeitpunkt gewährt wurde, in dem noch gar nicht absehbar war, dass die GmbH das Darlehen später nicht zurückzahlen kann, ergeben sich daraus für den Gesellschafter steuerliche Risiken.

Denn wird das Gesellschafterdarlehen bei Eintritt der Krise der GmbH stehen gelassen und nicht vom Gesellschafter zurückgefordert, dann will die Finanzverwaltung nur Anschaffungskosten in Höhe des Marktwertes (sog. gemeiner Wert) anerkennen. Da der Marktwert eines Darlehens an eine notleidende GmbH meistens deutlich unter dessen Nennwert liegt, geht in dieser Konstellation oft ein Großteil der steuerlichen Abzugsfähigkeit des Darlehensverlustes verloren.

Durch eine vorausschauende Steuerplanung kann dieses steuerliche Risiko aber in aller Regel vermieden werden. So kann z.B. der Gesellschafter bereits zum Zeitpunkt der Darlehenshingabe mit der GmbH vereinbaren, dass er das Darlehen auch im Falle einer Krise stehen lassen wird. Dann handelt es sich um ein sogenanntes krisenbestimmtes Darlehen, bei dem auch die Finanzverwaltung ein Ansatz von nachträglichen Anschaffungskosten in Höhe des Nennwerts des Gesellschafterdarlehens anerkennt.

Haben Sie Fragen zum Thema Gesellschafterdarlehen? Ich freue mich auf Ihren Kommentar oder Ihre Nachricht. Wenn Sie hierüber mit einem Steuerberater sprechen möchten, dann können Sie mich auch gern in meiner Kanzlei in Wiesbaden besuchen.

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