Einkommensteuererklärung: 8 Dinge, an die Sie denken sollten (und zukünftig denken werden)

Alle Jahre wieder müssen Sie Ihre Einkommensteuererklärung abgeben. Damit aus der Pflicht eine Kür wird, haben wir Ihnen im Folgenden 8 Themen aufgezeigt, an die Sie bei der Vorbereitung Ihrer Einkommensteuererklärung auf jeden Fall denken sollten. In unserem Download-Bereich finden Sie darüber hinaus eine hilfreiche Checkliste zur Vorbereitung Ihrer Einkommensteuererklärung.

1. Versicherungen und vermögenswirksame Leistungen in der Einkommensteuererklärung

Sowohl Beiträge zur gesetzlichen als auch privaten Krankenversicherung können bis zur Höhe der Basisversorgung als Sonderausgaben abgezogen werden und mindern so Ihre Steuerlast. Gleiches gilt, wenn Sie im Steuerjahr (freiwillige) Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung Bund, zu Pensionskassen und Versorgungswerken geleistet haben. Diese können als Sonderausgaben in Ihrer Einkommensteuererklärung angesetzt werden.

Auch wenn Sie Beiträge zu einer privaten Haftpflichtversicherung, einer Kfz- oder Grundbesitzerhaftpflicht gezahlt haben, sollten Sie die Beiträge in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Oftmals können diese als zusätzliche Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Wenn Sie im abgelaufenen Steuerjahr vermögenswirksame Leistungen gespart haben (z.B. in Form einer Riesterzrente), dann haben Sie von Ihrer Versicherung oder Bausparkasse eine Bescheinigung „Anlage VL“ erhalten. Diese sollten Sie unbedingt Ihrer Einkommensteuererklärung beifügen und einen Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage stellen. Nur so sichern Sie sich die staatliche Förderung Ihrer privaten Vermögensbildung. Das Finanzamt prüft dann auch, ob es für Sie bei der Arbeitnehmer-Sparzulage bleibt, oder ob für Sie darüber hinaus noch ein weiterer Sonderausgabenabzug möglich ist, der dann zusätzlich Ihre Einkommensteuer mindert.

2. Spenden und außergewöhnliche Belastungen

Haben Sie im abgelaufenen Jahr Spenden an gemeinnützige Organisationen geleistet? Dann sollten Sie sich eine Spendenquittung ausstellen lassen. Spenden können in vielen Fällen zu 100% als Sonderausgaben steuermindernd berücksichtigt werden.

Wenn Ihnen im vergangenen Jahr Krankheitskosten (z.B. Arztbehandlungen, Medikamente, Kurkosten, etc.) entstanden sind, die Ihnen nicht von Ihrer Krankenversicherung erstattet wurden, dann sollten Sie diese Kosten unbedingt in Ihrer Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angeben. Wenn Sie bestimmte Grenzen überschritten haben, werden diese Kosten als steuermindernde Sonderausgaben berücksichtigt.

Bei den außergewöhnlichen Belastungen können Sie übrigens auch Fahrtkosten ansetzen, die Ihnen im Rahmen Ihrer Heilbehandlungen entstanden sind. Das macht sich in Ihrer Einkommensteuererklärung besonders bezahlt, wenn Sie weite oder viele Fahrten auf sich nehmen mussten, um zu dem Ort Ihrer Heilbehandlungen zu gelangen.

3. Beschäftigung von Haushaltshilfen

Wenn Sie im letzten Jahr eine Haushaltshilfe (z.B. Putzfrau) beschäftigt haben, die Sie bei der Minijobzentrale angemeldet haben, dann können Sie die gezahlte Vergütung und Pauschalsteuer steuermindernd in Ihrer Einkommensteuererklärung ansetzen. Dafür müssen Sie die Bescheinigung der Minijobzentrale, d.h. der Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Ihrer Einkommensteuererklärung beifügen.

4. Handwerkerrechnungen

Haben Sie im vergangenen Jahr einen Handwerker beauftragt, der für Sie in Ihrem Eigenheim oder Ihrer Mietwohnung tätig wurde? Dann sollten Sie die Rechnungen unterjährig sammeln. Sie können die in den Rechnungen gesondert ausgewiesenen Arbeitsleistungen als haushaltsnahe Dienstleistungen in Ihrer Einkommensteuererklärung ansetzten.

Aber Vorsicht, dass geht nur, wenn Sie die Handwerkerrechnungen unbar bezahlt haben. Sie müssen also unterjährig darauf achten, dass Sie Handwerkerrechnungen per Banküberweisung bezahlen. Ihre Kontoauszüge sollten Sie dann mindestens so lange aufbewahren, bis Sie Ihren Einkommensteuerbescheid für das entsprechende Steuerjahr erhalten haben.

5. Gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit

Üben Sie eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit aus? Dann müssen Sie unterjährig eine Buchführung erstellen und in vielen Fällen monatlich oder quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.

Wenn Sie nicht bilanzieren müssen, dann reicht es am Jahresende, wenn Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung Ihre Jahreswerte aus der Buchhaltung in eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR) eintragen. Je nach Tätigkeit und Umfang der Tätigkeit müssen Sie dann zusätzlich zu Ihrer Einkommensteuererklärung noch eine Gewerbesteuererklärung und eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben.

Ihre Buchhaltungsbelege in Papier legen Sie unterjährig am besten in Ordner ab. Bitte keine Schuhkarton-Ablage! Je nach Umfang empfiehlt sich z.B. eine chronologische Ablage. Elektronische Belege müssen revisionssicher in ihrem Originaldateiformat abgelegt werden. Es reicht dem Fiskus nicht, wenn Sie elektronische Belege in ausgedruckter Form archivieren. Für alle Belege gilt, dass Sie diese mindestens 10 Jahre verwahren müssen. Im Einzelfall sogar länger.

6. Arbeitseinkommen

Wenn Sie im abgelaufenen Steuerjahr Lohn oder Gehalt bezogen haben, dann müssen Sie die Einkünfte in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Dafür benötigen Sie von Ihrem Arbeitgeber eine Lohnsteuerbescheinigung. Darin finden Sie alle Angaben, die für Ihre Einkommensteuererklärung wichtig sind: z.B. gezahlte Steuern sowie die von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber gezahlten Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge.

Prüfen Sie, ob Ihnen im Zusammenhang mit Ihren Lohn-/Gehaltseinkünften Ausgaben entstanden sind. Hier ein paar Beispiele von Werbungskosten, die bei unseren Mandanten häufig vorkommen:

  • Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte
  • Reisekosten
  • Kosten aus Einsatzwechseltätigkeit
  • Kosten im Zusammenhang mit einem Arbeitszimmer
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Sonstige Werbungskosten (z.B. Arbeitskleidung, Büromaterial, Fachliteratur, Fortbildungskosten, etc.)
  • Wenn bei Ihnen Werbungskosten angefallen sind, dann sollten Sie schon unterjährig alle Belege sammeln und chronologisch in einem Ordner ablegen. Weiterhin sollten Sie die Belege mindestens so lange aufbewahren, bis Sie Ihren Einkommensteuerbescheid für das entsprechende Jahr erhalten haben. Wenn Sie die Ausgaben über mehrere Jahre verteilen müssen (z.B. bei einem für berufliche Zwecke angeschafften Laptop), dann sollten Sie die Belege solange aufheben, bis die Abschreibung für die Anschaffung ausgelaufen ist.

    7. Kapitaleinkünfte

    Trotz der gegenwärtigen Niedrigzinsphase haben Sie vielleicht Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt. Dies können neben Zinserträgen z.B. Gewinne (oder Verluste!) aus Aktiengeschäften oder z.B. Dividendenerträge sein.

    Wurde auf alle Ihre Kapitaleinkünfte bereits an der Quelle (z.B. durch Ihre Bank) Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer (wenn Sie in einer Kirche sind) einbehalten, dann brauchen Sie diese Kapitaleinkünfte in den allermeisten Fällen grundsätzlich nicht noch einmal in Ihrer Einkommensteuererklärung anzugeben.

    Gleichwohl gibt es Fälle, in denen sich die Mühe lohnt, die entsprechende Anlage KAP in der Einkommensteuererklärung auszufüllen. Zum Beispiel dann, wenn Ihr persönlicher Steuersatz niedriger als der sogenannte Abgeltungsteuersatz auf Ihre Kapitaleinkünfte ist. Dann bekommen Sie die Differenz zwischen diesen beiden Steuersätzen erstattet. Das geht aber nur, wenn Sie alle Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen in Ihrer Steuererklärung angeben und einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt stellen.

    Haben Sie im Steuerjahr Zinsen aus einem Privatdarlehen erhalten, sind Ihnen Kapitalerträge zugeflossen, die im Zeitpunkt des Zuflusses bzw. der Gutschrift nicht besteuert wurden (z.B. weil das Geld bei einem ausländischen Kreditinstitut angelegt wurde) oder wurde von der auszahlenden Stelle Ihrer Kapitalerträge keine Kirchensteuer einbehalten, obwohl Sie einer Religionsgemeinschaft angehören? Dann müssen Sie auf jeden Fall Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, da noch eine Besteuerung im Rahmen Ihrer Einkommensteuerveranlagung erfolgen muss.

    8. Vermietungen und Verpachtungen

    Wenn Sie ein Objekt gegen Entgelt vermietet oder verpachtet haben, dann müssen Sie dieses Entgelt in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Gleichzeitig dürfen Sie von dem erhaltenen Entgelt all die Kosten abziehen, die Ihnen im Zusammenhang mit der Vermietung oder Verpachtung in dem entsprechenden Steuerjahr entstanden sind.

    Hier ein paar typische Werbungskosten, die bei vielen unserer Mandanten im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnungen oder Häusern anfallen:

  • Zinsen für die Finanzierung des Vermietungsobjekts
  • Hausgeldzahlungen an die Hausverwaltung des Vermietungsobjekts
  • Grundsteuer
  • Strom-, Wasser- und Gaszahlungen
  • Erhaltungsaufwendungen (z.B. Handwerker- und Materialrechnungen)
  • Auch hier ist wieder unsere Empfehlung, dass Sie alle Ihre Belege zu den Einnahmen und Ausgaben bereits unterjährig in einem Ordner chronologisch ablegen. Dann haben Sie am Jahresende alles zur Hand, wenn Sie Ihre Einkommensteuererklärung erstellen, oder Ihr Steuerberater nach Ihren Belegen fragt. Die Belege sollten Sie mindestens so lange verwahren, bis Sie Ihren Einkommensteuerbescheid für das entsprechende Steuerjahr erhalten haben. Belege für Gegenstände, die Sie über einen längeren Zeitraum als ein Jahr nutzen (z.B. der Kaufvertrag für Ihr Vermietungsobjekt, der Kaufvertrag für die Einbauküche Ihrer vermieteten Wohnung, etc.) sollten Sie mindestens so lange aufbewahren, bis Ihnen der Einkommensteuerbescheid für das Steuerjahr vorliegt, in dem die Abschreibung für den entsprechenden Vermögensgegenstand endet.

    Wenn Sie sich dafür interessieren, wie wir Sie bei der Erstellung Ihrer Einkommensteuererklärung unterstützen können, dann finden Sie hier mehr Informationen.

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