Darum sind Gehaltszahlungen (meist) steuerlich günstiger als Gewinnausschüttungen aus einer GmbH

Was ist steuerlich vorteilhafter: Sollen Sie sich als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ein Gehalt von Ihrer GmbH auszahlen, oder besser den Gewinn ausschütten lassen?

Das Ergebnis meiner Berechnung ist für den unten beschriebenen Sachverhalt eindeutig: die Zahlung eines Gehalts aus einer GmbH kann steuerlich deutlich günstiger sein als eine Gewinnausschüttung. Die Vorgehensweise bei der Berechnung finden Sie in folgendem Video dargestellt.

Warum sind Gehaltszahlungen steuerlich meist günstiger als Gewinnausschüttungen aus einer GmbH?

Das deutsche Ertragsteuerrecht ist grundsätzlich so aufgebaut, dass alle Einkünfte final einer annähernd ähnlich hohen Einkommensbesteuerung unterworfen werden sollen. Doch durch unterschiedliche Besteuerungsverfahren bei unterschiedlichen Einkunftsarten wird dieses Ziel in der Regel nie vollständig erreicht.

Zum einen stellen Gehaltszahlungen bei der GmbH abzugsfähige Betriebsausgaben dar, Gewinnausschüttungen nicht. Zum anderen findet auf Gehaltszahlungen an Gesellschafter-Geschäftsführer bei diesen eine Einkommensbesteuerung mit deren persönlichem Einkommensteuersatz Anwendung. Gewinnausschüttungen an natürliche Personen werden demgegenüber im Regelfall mit einem Pauschalsteuersatz von 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag) besteuert (sog. Abgeltungsteuer; alternativ käme unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Anwendung des sog. Teileinkünfteverfahrens zur Anwendung).

Was muss bei einem Steuervergleich von Gehaltszahlungen mit Gewinnauschüttungen beachtet werden?

Ich habe unterstellt, dass die Gehaltszahlung der Höhe und dem Grunde nach angemessen ist, also dem entspricht, was auch fremde Dritte miteinander vereinbaren würden. Dies ist Voraussetzung dafür, dass das Finanzamt das Gehalt als steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe anerkennt und nicht als sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert.

Für meine Vergleichsrechnung habe ich für den Gesellschafter-Geschäftsführer bei der Einkommensteuer den allgemeinen Spitzensteuersatz von gegenwärtig 42% angenommen. Tatsächlich wird der auf die Gehaltszahlungen anzuwendende Einkommensteuersatz in ganz vielen Fällen niederger als 42% ausfallen. Dies liegt zum einen an dem progressiven Verlauf des Einkommensteuertarifs. Zum anderen können bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens bei Gehaltszahlungen noch Werbungskosten und Sonderausgaben abgezogen werden. Beides wirkt sich steuermindernd auf den Steuersatz des Gesellschafter-Geschäftsführers aus. Da diese Möglichkeiten bei Ausschüttungen – zumindest bei Anwendung der Abgeltungsbesteuerung – nicht zur Verfügung stehen, fällt die Vergleichsrechnung in vielen Fällen noch eindeutiger zu Gunsten von Gehaltszahlungen aus.

Schließlich habe ich bei meiner Berechnung unterstellt, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer sozialversicherungsfrei ist. Wäre er es nicht, könnte dies Einfluss auf das Ergebnis haben, denn dann müsste er und seine GmbH auf die Gehaltszahlungen noch Sozialversicherungsbeiträge abführen.

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